Beltane, ein ausgelassenes Fest des Lebens und der Fröhlichkeit
An Beltane feiern wir den Übergang vom noch zurückhaltenden Frühling in den Sommer der Fülle und der Fruchtbarkeit. Am 1. Mai beginnt nach keltischer Tradition das Sommerhalbjahr, das vor allem durch Fröhlichkeit, Wärme, Licht, Feste und Feiern gekennzeichnet ist. Beltane ist ein Vollmondfest, das eigentlich in der Vollmondnacht zwischen der Frühlings Tag-und-Nachtgleiche (Ostara) und der Sommersonnwende (Litha) liegt. Heute wird meist in der Nacht auf den 1. Mai gefeiert. Es ist der berühmte „Tanz in dem Mai“, die auch als Walpurgisnacht bekannt ist. Dabei ist Beltane das Fest der strahlenden Sonne. BEL bedeutet strahlend, leuchtend, glänzend. Bel ist auch der Name des keltischen Gottes Belenus. TENE oder auch TEINE bezeichnet das “Feuer” selbst.
Die Heilige Hochzeit
An Beltane feiern wir die Heilige Hochzeit von Maikönig und -königin. Denn Sonnenkönig ist stark geworden und feiert nun Hochzeit mit seiner Braut, der jungen Göttin im Blumenkleid, die er an Ostara kennenlernen durfte. Dieses Fruchtbarkeitsfest zelebriert die Vereinigung von männlichem und weiblichem Aspekt, bei dem ein befruchteter Samen in die Erde gepflanzt wird, damit neues Leben entsteht. Also lasst die Feuer brennen und die Liebenden hochleben!
Es ist auch eine Alchemistische Hochzeit, denn Feuer (männlich) vermählt sich mit Wasser (weiblich). Der Frühling und somit die Wasserzeit geht zu Ende, der feurige Sommer kann kommen!
Beltane das einzige Fest, das nicht von der Christlichen Religion “adoptiert” wurde, denn zu stark ist der Bezug zur Sexualität, zur Wildheit und zur Ausgelassenheit. Stattdessen wurde es zur Walpurgisnacht umdichtet.
Die Bedeutung von Beltane im Jahreskreis
Wird zum Julfest am 21. Dezember das neue Licht geboren und bereits am 1. Februar zu Imbolc die Rückkehr des (Tages)Lichtes gefeiert, so bezeichnet Ostara am 21. März den Frühlingsanfang und Beltane am 30. April den Sommeranfang. Es ist der Beginn der der sorglosen Zeit. Eine Zeit ohne Dunkelheit, Kälte und Hunger. Beltane liegt auf dem Jahreskreis genau gegenüber von Samhain und so wie Samhain das Ahnenfest des Todes ist, so ist Beltane das Freudenfest des Lebens, der Fruchtbarkeit und der Vereinigung. Während es bei Samhain um Abschied geht ist Beltane ein mächtiges und fröhliches Willkommen!
Ursprung und Geschichte der Walpurgisnacht
Tatsächlich kennen wir das Jahreskreisfest Beltane heute eher als „Walpurgisnacht“. Oft wird sie mit Klischees von wilden Frauen assoziiert, die nackt um Feuer tanzen und den Hexensabbat halten. Diese Bilder entstammen jedoch den Verteufelungen der Frauen und der Naturspiritualität im Mittelalter.
Die heilige Walpurga und ihr keltischer Ursprung
Walpurga ist ursprünglich der Name einer keltischen Göttin, die später christianisiert und heiliggesprochen wurde. Bemerkenswert ist, dass das Kloster der heiligen Walpurga in „Heiden-Heim“ stand und ein Doppelkloster für Männer und Frauen war. Da man dem Volk dieses archaische Freudenfest nicht verbieten konnte, wurde die Feier der Heiligen kurzerhand auf die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai gelegt.
Die Bedeutung des Namens „Wal“: Weisheit und Seherkraft
Die Göttin Walpurgis versinnbildlicht weit mehr als Fruchtbarkeit; ihr Name steht für Weisheit. Die Vorsilbe „Wal“ findet sich in zahlreichen spirituellen Kontexten: Als Waluburg wird sie im 2. Jhd. n. Chr. auf griechischen Tonscherben erwähnt als kelto-germanische Waluburg Semnoni Sibylla erwähnt; die „Seherin der Semnonen“. Auch der Name Walaruna bedeutet „die Seherin, die die Geheimnisse kennt“.
Bekannt sind auch die Walküren der germanischen Mythologie, wobei der “Walkürenritt” verblüffende Parallelen zum späteren Bild der Hexen aufweist, die in der Walpurgisnacht zum Blocksberg (Brocken) reiten.
In Regionen wie Böhmen und Niederösterreich wird Walpurga zudem als Sonnengöttin dargestellt: Eine „Weiße Frau“ (jungfräuliche Göttin) mit feurigen Schuhen, welche die Erde erwärmen, und einer goldenen Krone als Symbol der Sonne. Ihre Attribute Spiegel und Spindel verdeutlichen ihre Rolle beim Spinnen des Schicksals.
Alte und doch moderne Bräuche: Maifeuer, Maibaum und Tanz in den Mai
Die tiefen Wurzeln dieses Festes sind stark und voller Leben. Die überlieferten Bräuche reichen zurück bis in uralte Zeit. Maifeuer wurden und werden auf den Feldern entzündet und seit jeher wird an ihnen ausgelassen getanzt und gesungen.
Auch errichten wir noch heute die traditionellen Maibäume. Mit einer Birke und einem grünen Kranz geschmückt sind es unübersehbare Phallus-Symbole, die die heilige Hochzeit und die Vereinigung von männlich und weiblich symbolisieren. Der traditionelle „Bändertanz“ um den Mai-Baum, ist eine wunderbare Gelegenheit für junge Männer, mit einem Mädchen „anzubandeln“. Die Lebensgeister wollen geweckt und genossen werden. Es ist der berühmte und beliebte „Tanz in den Mai“.
Heute muss für den traditionellen “Maibaum” kein Baum sein Leben lassen. Suche sich eine schöne Birke, Weide oder Eberesche und schmücke ihre Äste wird mit bunten Bändern. Brot und Wein kannst Du als Gaben an die Wurzeln stellen und mit guten Wünschen und Bitten um Fülle und Wachstum aufladen. Verwende bitte nur ungiftige und natürliche Materialien und verlasse die Ritualplätze so, als wäre dort nie etwas geschehen.
Liebesorakel
An Beltane werden Orakel natürlich auch gerne befragt,- insbesondere in Liebesangelegenheiten. Ein beliebter Zauber ist das Apfelschälen, ein Apfel wird in einer langen Spirale vom Stiel bis zum Blütenansatz geschält. Die Schale darf dabei nicht abreißen! Dann wird die Schale mit dem Wunsch, den Namen des oder der Zukünftigen zu erfahren, über die linke Schulter geworfen. Beim zu Boden fallen bildet sie den Namen, oder die Initialen des Gesuchten. (Lies zu diesem Thema auch unseren Blog über Liebeszauber)
Die Tore zur Anderswelt
An Beltane werden wie an Samhain die Wände zwischen den Welten dünn denn die beiden Feste liegen auf einer Achse. Feen, Elfen, Erd- Wasser- Baumgeister sind alle nun wach. Wer sie an den Tanzplätzen willkommen heißt hat Glück und Fülle das ganze Jahr. In dieser Nacht sind sie uns nah und wir können mit ihnen tanzen und uns tief verbunden fühlen mit der uralten Lebenskraft.
Kraftpflanzen
Die Kraftpflanze an Beltane ist natürlich die Rose! Sie hat eine starke Verbindung zur Venus und zu den Liebenden, aber auch Majoran, Thymian und Petersilie sind an Beltane sehr kraftvoll und nützlich. Kraftbäume sind Birke, Kirsche und blühender Apfel. Kraftsteine sind Rubin, Granat, Rosenquarz und alle Steine die mit dem Herz Chakra in Resonanz gehen. Traditionelle Getränke sind gewürzter Wein und natürlich die Waldmeister-Bowle (bitte mit echtem Waldmeister und nicht mit künstlichem Sirup) und bitte in Maßen und nicht in Massen.
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