Teil 1 – Die Runenreise unserer Drude

Die Runenreise unserer Drude (= Dani, unsere Junghexe)


Im Gegensatz zu dem Beitrag “Runen als Werkzeuge der Magie” möchte ich in diesem Blogbeitrag meinen ganz persönlichen Bezug zu den Runen mit Euch zu teilen.


Meine Begegnung mit den Runen

Runen haben mich bereits seit meiner Jugend fasziniert, doch wie die Meisten bin ich die Sache anfangs sehr “kopfig” angegangen. Ich hatte mir ein Buch geleistet und viel im Internet nachgelesen, bis ich mir einen “groben Eindruck” von den Runen verschafft hatte. Nachgelesen hatte ich das 24er und das 18er System (auf schlau: Das ältere und das jüngere Futhark). Ich hatte verglichen und analysiert, hatte mir komplexe und archetypische Systeme zurechtgebogen … und dann wieder das Interesse verloren. Ich scheiterte an der sogenannten Ratio-Hürde, denn ich hatte es nicht von der Kopfebene auf die Gefühlsebene (Herz und Bauch) gebracht – ich hatte die Runen nicht verinnerlicht, kein “Gefühl” dafür bekommen.


Die Ratiohürde

In einer späteren Lebensphase kam ich wieder zu den Runen. Diesmal fand ich eine Möglichkeit mit ihnen zu kommunizieren ohne meine Ratio überwinden zu müssen. Ich versuchte die Möglichkeit der persönlichen Beeinflussung auszuschließen, also zum Beispiel zu vermeiden dass mich vorzugsweise eine Glücksrune ziehe. Wenn ich jetzt mit Runen orakeln möchte lege ich alle Runen kreisförmig und umgekehrt auf den Tisch und pendele zu einer konkreten Frage die Runen aus. So vermeide ich im Beutel zwar “blind” eine Rune zu ziehen, aber so lange darin herumzutasten bis ich die Formen und Merkmale der Runenblättchen erkenne und “lieber” die mit der Kerbe an der Seite herausnehme als die besonders dicke.


Den eigenen Zugang finden

Leider hatte ich mich nie wirklich intensiv mit allen Runen befasst und manche Runen liegen mir einfach besser als andere. Ein besonderes Ereignis gab jedoch den Anstoß mich auf meine Runenreise zu begeben: Unser Runenabend in der Hexerey im November 2018. Bei diesem es ging es unter anderem um die Frage, weshalb in jedem Buch leicht unterschiedliche Deutungen der Runen stehen und wie man seinen eigenen Zugang zu den Runen findet. Eine Möglichkeit, die mir in den letzten Jahren und aus verschiedenen Quellen begegnete ist die Runenreise.
Es bedeutet, sich mit jeder Rune intensiv zu befassen – und zwar von der Ersten bis zur Letzten, eine nach der anderen.

Ich muss gestehen, dass ich mein Runenset für das Auspendeln geschenkt bekam und diese Runen nie geweiht habe. Doch je intensiver ich mich mit Energiearbeit befasste desto stärker wurde in mir der Wunsch nach einem eigenen Runenset. Eines das nicht locker in meine Hosentasche passt, sondern bei dem jede Rune das ist als was ich sie heute verstehe: Ein Werkzeug der Magie.


Runen als Werkzeuge der Magie

Form und Beschaffenheit eines Gegenstandes auf dem man die Rune platziert mitunter gar nicht so relevant. Runen wirken, nur sollte man genau verstehen wie die Rune funktioniert und was man damit verursacht. Die Wirkung der Rune lässt sich mit dem Material und dem Herstellungsprozess durchaus beeinflussen, doch das ist ein anderes Thema.

Ich hatte schon “neutrale” Sets für den Laden hergestellt, doch nun möchte ich meine ganz persönlichen Runen anfertigen. Und so begann ich direkt nach unserem eigenen Runenabend damit, mich auf meine Runenreise zu begeben. Hiermit möchte ich Euch dazu einladen mich zu begleiten. Wer weiß wie lange sie dauert. Man ist mit einer Rune “fertig” wenn man das Gefühl hat sie verstanden zu haben. Und sehr wahrscheinlich kommt man immer mal wieder zu ihr zurück, lernt dazu und vertieft sein Verständnis. Erst wenn man alle Runen in ihrer Gesamtheit erfühlen kann ist man meiner Meinung nach gereift um Runen verantwortungsvoll anzuwenden.


Die Quelle der Runen

Die wohl wichtigste Überlieferung des alten Wissens über Runen stammt aus dem zweiten Götterlied der Edda. Dieses Hávamál (Des Hohen Lied) enthält den als Odins Runenlied bekannt gewordenen Teil, dessen Anfang ich hier in der Übersetzung nach Karl Simrock mit Euch teilen möchte. In jedem Runenbeitrag der folgt wird die entsprechende Strophe des Liedes ergänzt.


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Ich weiß, dass ich hing am windigen Baum
Neun lange Nächte,
Vom Speer verwundet, dem Odin geweiht,
Mir selber, ich selbst,
Am Ast des Baumes, dem man nicht ansehn kann
Aus welcher Wurzel er sproß.

Sie boten mir nicht Brot noch Met;
Da neigt ich mich nieder
Auf Runen sinnend, lernte sie seufzend:
Endlich fiel ich zur Erde.

Hauptlieder neun lernt ich von dem weisen Sohn
Boelthorns, des Vaters Bestlas,
Und trank einen Trunk des teuern Mets
Aus Odhroerir geschöpft.

Zu gedeihen begann ich und begann zu denken,
Wuchs und fühlte mich wohl.
Wort aus dem Wort verlieh mir das Wort,
Werk aus dem Werk verlieh mir das Werk.

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Runen wirst Du finden und Ratestäbe,
Sehr starke Stäbe,
Sehr mächtige Stäbe,
Erzredner ersann sie, Götter schufen sie,
Sie ritzte der hehrste der Herrscher.

Odin den Asen, den Alfen Dain,
Dwalin den Zwergen,
Alswid aber den Riesen; einige schnitt ich selbst.

Weißt Du zu ritzen? Weißt Du zu erraten?
Weißt Du zu finden? Weißt Du zu erforschen?
Weißt Du zu bitten? Weißt Opfer zu bieten?
Weißt Du wie man senden,
weißt wie man tilgen soll ?

Besser nicht gebeten, als zu viel geboten:
Die Gabe will stets Vergeltung.
Besser nicht gesendet, als zu viel getilgt;
so ritzt es Thundr zur Richtschnur den Völkern.
Dahin entwich er, von wannen er ausging.

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Eure Dr. Daniela Dick, Junghexe der Hexerey


 
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