Ein Praxisguide für die Rauhnächte (so machen wir das in der Hexerey)
Die Rauhnächte sind nicht nur eine Zeit der Ruhe und Innenschau, sondern gelten als „magischer Kalender". Denn jede der zwölf Nächte steht symbolisch für einen Monat des kommenden Jahres. Und was Du in dieser Nacht tust, fühlst oder beobachtest, wirkt wie ein Impuls für den entsprechenden Monat - so zumindest lautet der Brauch. In diesem Beitrag geben wir Dir einige Einblicke, wie wir in der Hexerey diese Tradition handhaben und bieten Dir so Inspirationen, wie Du Deine persönlichen Rauhnächte individuell gestalten kannst.
Unser Praxisguide gibt Dir einen ersten Eindruck von dem Ablauf, den wir bei Hexerey verwenden – Du kannst ihn vollständig übernehmen oder Deine eigene Praxis entwickeln. Außerdem führt Dich dieser Artikel durch die zwölf Stationen – von der 1. Rauhnacht bis zur Nacht der Wunder am Ende. Du kannst es dabei beliebig kompliziert machen, doch es reicht auch ein Satz im Tagebuch wie z.B. „Ich habe wunderbar geschlafen und es folgte ein schöner Tag“, oder „Ich hatte einen Alptraum und den ganzen Tag Kopfschmerzen“. Die goldene Regel lautet: Alles kann, nichts muss. Erwarte nicht zu viel und sei stolz auf alles was Du tust ohne Dich zu grämen über das, was Du hättest tun wollen.
„Was du in diesen 12 Nächten erlebst, wird Dir in den kommenden 12 Monaten wieder begegnen. Und sollte etwas Unerfreuliches geschehen, hast Du die Möglichkeit zu transformieren und so in Ordnung zu bringen, damit im nächsten Jahr doch etwas Gutes dabei herauskommt. Das ist das Geheimnis der Rauhnächte."
Grundlegende Vorbereitungen
Das Timing
Welche Nächte genau als Rauhnächte gezählt werden und wann eine Rauhnacht beginnt oder endet, wird regional und je nach Tradition unterschiedlich gehandhabt. Für unseren Praxisguide orientieren wir uns an der heute gängigen Zählung vom 24./25. Dezember bis zur Nacht vom 5./6. Januar. Und eine Rauhnacht dauert von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang.
Für unsere Rauhnachtspraxis beginnen wir die jeweilige Rauhnacht am Abend nach Sonnenuntergang. Da nehmen wir uns Zeit für unsere Rituale, gehen den kommenden Monat durch und halten Beobachtungen fest. Am nächsten Morgen ergänzen wir Träume, Gedanken und Gefühle.
Das Equipment
Bevor die erste Nacht beginnt, bereiten wir vor allem drei Dinge vor:
- Einen Kalender des kommenden Jahres (digital oder analog).
- Ein Rauhnacht-Tagebuch (ein separates Notizbuch für diese 12 Nächte).
- Etwas zum Orakeln (Karten, Runen, Würfel, o.ä.)
Alles weitere an Equipment ist sozusagen optional. Natürlich kannst Du Kerzen anzünden, räuchern und entsprechende Musik hören. Sei hier ganz individuell und gestalte alles so, wie es sich für Dich richtig anfühlt.
Die tägliche Routine
Der Anfang ist einfach und folgt bei uns einer etablierten Routine:
- Schritt 1: Nimm dir jeden Abend nach Sonnenuntergang etwas Zeit. Zünde eine Kerze an, räuchere (optional).
- Schritt 2: Stimme Dich auf die jeweilige Rauhnacht, ihr Thema und den dazugehörigen Monat ein.
- Schritt 3: Fülle Deinen Kalender des nächsten Jahres mit den Daten und bekannten Ereignissen.
- Schritt 4: Orakeln, Transformieren und Zusammenfassen
Orakel und Transformation in den Rauhächten
Für viele ist dieser Abschnitt des Abends der aufregendste, denn natürlich ist man neugierig darauf, wie die Zeichen für das kommende Jahr stehen. Vielleicht hat man sogar schon sein Horoskop gelesen oder ein paar allgemeine Prognosen gesehen. Doch so ein ganz persönliches Orakel ist schon etwas Besonders.
Und ob Du nun eine Tarot- oder Orakelkarte ziehst, eine komplizierte Legung machst oder ganz allgemein auf Zeichen und Stimmungen achtest - es ist völlig Dir überlassen, wie du diesen Teil der Rauhnacht gestaltest.
Hauptsache, es fühlt sich für Dich gut und richtig an. Denn ein bisschen Spaß machen darf es auch.
Wenn es Dich jedoch stresst, ständig Anleitungen und mögliche Deutungen zu lesen, dann schalte lieber einen Gang runter und lass alles etwas ruhiger angehen.
Das Rauhnacht-Tagebuch
Unserer Erfahrung nach haben die Rauhnächte die Angewohnheit, jedes Jahr zu wachsen. Das bedeutet, dass man jedes Jahr etwas mehr macht als im Jahr zuvor. Für jene unter Euch, die in den zwei Wochen zwischen den Jahren wirklich die Zeit und Muße haben, die Rauhnächte ausgiebig zu zelebrieren, teilen wir gern unsere Erfahrungen und Methoden. Unser Rauhnacht-Tagebuch ist zum Beispiel so aufgebaut:
1. Das Thema der Rauhnacht: Jede Nacht hat ihr eigenes Thema.
2. Der allgemeine Teil: Informationen zu dem jeweiligen Monat, um uns auf diese Zeit des Jahres einzustimmen.
3. Der jahresspezifische Teil: Manche Daten ändern sich von Jahr zu Jahr, wie zum Beispiel das vom Vollmond oder Deine Urlaubsplanung.
4. Der persönliche Teil: Träume, Gefühle, Orakel. Diesen Teil kannst Du kreativ und individuell gestalten.
Die Jahres-Essenz
Um einen ersten Eindruck vom kommenden Jahr zu erhalten, schauen wir uns zum Beispiel auch verschiedene astrologische Horoskope an. Neben den bekannten Tierkreiszeichen gibt es die Jahresherrscher-Planeten, die chinesischen Tierkreiszeichen, den Maya-Kalender und verschiedene astronomische Ereignisse wie rückläufige Planeten. So kann sich eine allgemeine Jahres-Vorausschau bereits ziemlich umfassend gestalten. Auch die Horoskope für das eigene Sternzeichen sind bereits vorab verfügbar und können als zusätzlichen Hinweis zur Tendenz des jeweiligen Monat herangezogen werden.
Seit 2018 nutzen wir diese Jahrestendenzen für das Rauhnacht-Orakel, wie Du bei unserem Event: "Rauhnacht-Jahresfahrplan" selbst erleben und anwenden kannst.
Vergangene Zusammenfassungen kannst Dir direkt hier im Hexerey-Blog ansehen und Dich inspirieren lassen.
Dein Nacht-für-Nacht-Guide durch die Rauhnächte
Im Prinzip musst Du nicht an alle Nächte gleichzeitig denken, sondern gehst eine Nacht nach der anderen an. Im Folgenden begleiten wir Dich durch die zwölf Rauhnächte und die anschließende Nacht der Wunder. Die Zuordnung der Nächte zu den Monaten und die jeweiligen Themen orientieren sich an verschiedenen überlieferten und in der heutigen Rauhnachtspraxis verbreiteten Darstellungen. Daher können, je nach Quelle, die Zuordnungen und Bezeichnungen voneinander abweichen. Die Themen sind auch nicht fix, sondern eher wunderbare und etablierte Orientierungshilfen.
Tipp: Besonders praktisch sind die Rauhnächte, in denen man aufholen und korrigieren (transformieren) kann, was in den vorherigen Nächten nicht so gut gelaufen ist: Das ist die 4., die 6. und die 12.
1. Rauhnacht
24./25.12. – Januar – Basis und Türöffnung
Die Rauhnächte beginnen und wir beginnen die Tagebücher, zünden Kerzen und räuchern.
2. Rauhnacht
25./26.12. – Februar – Verbindung mit dem höheren Selbst
Welche Ziele wollen wir im Neuen Jahr erreichen? Welche Kontakte aufnehmen, ausbauen oder abbrechen?
3. Rauhnacht
26./27.12. – März – Liebe und Vertrauen
Es ist die Nacht der Herzöffnung und wir verbinden uns mit unserem Seelenplan.
4. Rauhnacht
27./28.12. – April – Transformation
Die Nacht der Transformation und des violetten Feuers. Es ist die Nacht der Auflösung, in der alles Negative aufgelöst und transformiert werden kann.
5. Rauhnacht
28./29.12. – Mai – Freundschaft
Welche Freundschaften sind gewachsen und welche sind zerbrochen? Es ist auch die Nacht zu sich selbst freundlich zu sein und Ja zu sich zu sagen.
6. Rauhnacht
29./30.12. – Juni – Bereinigung
Was möchte im alten Jahr zurück bleiben und was nehme ich mit? Es ist auch eine gute Nacht um das Rauhnacht-Tagebuch zu bereinigen und eventuell nachzutragen wenn etwas fehlt.
7. Rauhnacht
30./31.12. – Juli – letzte Nacht des alten Jahres
Zeit um gute Vorsätze zu fassen und altes abzuschließen. Ein sehr schöner Brauch ist es, das alte Jahr mit einem Reinigungsbad "auszubaden“ und wie neu geboren in das neue Jahr zu gehen.
8. Rauhnacht
31.12./01.01. – August – Silvesternacht
Diese Nacht steht unter dem Motto Glück, Segen und Neubeginn. Es ist die einzige Rauhnacht in der wild und ausgelassen gefeiert wird, man verschenkt Glückssymbole damit alles Glück sich eingeladen fühlt.
9. Rauhnacht
01.01./02.01. – September – Segenslicht
Wo für viele schon wieder der Alltag beginnt ist es umso wichtiger in der Mitte zu bleiben und das Licht zu fühlen. Daher steht diese Nacht für goldenes Segenslicht.
10. Rauhnacht
02.01./03.01. – Oktober – Reflektionen und Visionen
Es ist die Nacht der Visionen, daher sind uns Räuchern und Orakeln heute besonders wichtig. Wie und wofür setze ich meine Lebensenergie ein? Bin ich auf meinem Seelenpfad? Wie kann ich meine Lebenssituation verbessern?
11. Rauhnacht
03.01./04.01. – November – Vergänglichkeit
Diese Nacht steht für das Thema Abschied nehmen, Tod und Vergänglichkeit. Der Tod gehört zum Leben und alles was kommt muss auch wieder gehen. Sich das bewusst zu machen hilft dabei dem eigenen Leben mehr Sinn und Struktur zu verleihen.
12. Rauhnacht
04.01./05.01. – Dezember – Rückblick und Vorbereitung
Es ist die Nacht in der wir noch einmal auf die vergangenen elf Nächte zurückblicken und alles bereinigen können was in dieser Zeit nicht gut gelaufen ist. Wir finden die Vision für das Neue Jahr und bereiten uns auf die Nacht der Wunder vor.

Brauchtum während der Rauhnächte: Das Perchten
Die Nacht der Wunder (Perchtnacht)
Die dreizehnte Rauhnacht (05./06.01.) ist die Nacht der Wunder. Die Perchtnacht oder die Hollanacht. Das Werk ist vollendet und wir können das neue Jahr vertrauensvoll in die Hände der großen Mutter legen. Alles ist gemessen, gezählt und gewogen.
Mit dem ersten Licht des 6. Januar werden sich die Türen wieder schließen und die wilde Jagd ist vorbei. Doch der eigentliche spannende Teil beginnt jetzt: Im Laufe des Jahres kannst Du immer wieder in Deinen Kalender und Dein Rauhnacht-Tagebuch schauen und beobachten, was sich aus Deinen Eindrücken entwickelt.
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