Das 13-Wünsche-Ritual in den Rauhnächten (und was dahinter steckt)

Das 13-Wünsche-Ritual – und was eigentlich dahinter steckt

Vielleicht kennst Du die Rauhnächte vor allem durch das 13-Wünsche-Ritual, denn es gehört heute zu den wohl bekanntesten Ritualen rund um die zwölf Nächte.
Die Idee ist einfach:

  1. Du überlegst Dir 13 Wünsche für das kommende Jahr und schreibst jeden Wunsch auf einen eigenen kleinen Zettel.
  2. Die Zettel werden so gefaltet, dass Du später nicht mehr erkennen kannst, welcher Wunsch auf welchem steht.
  3. In jeder der zwölf Rauhnächte ziehst Du einen Zettel. Du liest ihn nicht, sondern verbrennst ihn – als Zeichen dafür, dass Du diesen Wunsch abgibst und ihn nicht selbst erfüllen musst.
  4. Nach zwölf Rauhnächten bleibt ein Zettel übrig. Erst jetzt schaust Du nach, welcher Wunsch darauf steht. Und um diesen einen Wunsch kümmerst Du Dich selbst.

Was zunächst nach einem kleinen Ritual klingt, wirft bei genauerem Hinsehen schon einige spannende Fragen auf:

Was wünsche ich mir eigentlich?

Mehr Zeit? Liebe? Gesundheit? Erfolg? Eine neue Wohnung? Eine Reise? Oder etwas, das sich viel schwerer in Worte fassen lässt? Und plötzlich geht es beim Schreiben der Wünsche gar nicht mehr nur ums Wünschen, sondern um die Achtsamkeit dafür, was wirklich wichtig ist. Dabei werden manche Wünsche beim Aufschreiben ganz konkret, während sich andere schon während des Schreibens verändern. Und manchmal stellst Du fest, dass ein Wunsch, der Dir eben noch besonders wichtig erschien, auf dem Papier plötzlich gar nicht mehr so groß wirkt.

Auch beim Ritual selbst gibt es unterschiedliche Varianten. Die einen verbrennen jeden Tag einen Wunsch ungelesen. Andere lesen den Zettel zunächst und geben ihn dann ab. Manche beginnen mit dem Ritual schon am 21.12., andere erst mit der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Wieder andere schreiben in jeder Nacht einen Zettel und verbrennen am Ende alle zwölf auf einmal.

 

Welche Variante ist nun die richtige?

Wenn Du Dich näher mit den Rauhnächten beschäftigst, wirst Du schnell feststellen dass es nicht nur eine einzige Anleitung für die Rauhnächte gibt. Es gibt unterschiedliche Zählweisen, Bräuche, Rituale und Deutungen, die sich über Zeiten und Regionen hinweg entwickelt und immer wieder verändert haben.

Und genau hier beginnt es eigentlich interessant zu werden. Denn das 13-Wünsche-Ritual ist nur ein kleiner Teil dessen, worum es bei den Rauhnächten gehen kann. Und wenn Du dann anfängst, Dich mit den Rauhnächten zu beschäftigen, wird es zu einer regelrechten Entdeckungsreise.

Was macht man eigentlich in den Rauhnächten?

So schön das 13-Wünsche-Ritual auch sein mag: Ursprünglich und eigentlich sind die Rauhnächte eine besondere Zeit der Achtsamkeit, in der das alte Jahr abschließen und aufmerksam ins neue Jahr schauen kann. Was Menschen in diesen Nächten tun, hat sich über lange Zeit und an verschiedenen Orten ganz unterschiedlich entwickelt. Die Rauhnächte waren traditionell eine Zeit, in der der Alltag ein wenig anders funktionierte. Es haben sich zahlreiche und unterschiedliche Bräuche entwickelt, wovon einige Jahrhunderte alt sind, andere sich erst in den letzten Jahrzehnten entwickelt haben. Dazu gehörten ganz unterschiedliche Bräuche und neben dem Räuchern und den Orakeln waren vor allem Schutzbräuche, Regeln und besondere Rituale wichtig, die vor Unheil schützen oder einen Blick in die Zukunft ermöglichen sollten.

Das Rauhnachtorakel – Was ist das überhaupt?

Die zwölf Nächte sind traditionell nicht einfach zwölf Abende, an denen jeweils irgendein Ritual stattfindet. Sie stehen in Verbindung mit den zwölf Monaten des kommenden Jahres. Jede Rauhnacht wird dabei als eine Art Spiegel für einen Monat des kommenden Jahres betrachtet. Was in dieser Zeit geschieht, was Dir auffällt, was Du träumst, fühlst oder erlebst, kann als Hinweis auf die jeweilige Zeitqualität gelesen warden. Was Du in der ersten Rauhnacht wahrnimmst, kannst Du später mit dem Januar verbinden, die zweite mit dem Februar und so weiter. 
Dabei geht es nicht darum, die Zukunft möglichst genau vorherzusagen. Vielmehr geht es darum, aufmerksam wahrzunehmen und später Zusammenhänge zu betrachten. Du kannst Deine Beobachtungen in einem Tagebuch festhalten, Träume notieren, eine Orakelkarte ziehen, räuchern oder Dir jeden Tag ein paar Minuten Zeit für Dich nehmen. 

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